Mein Leben mit Adrien Brody (8)

Die E-Mail trifft mich wie ein Keulenschlag: „Adrien Brody Klimabotschafter bei realities:united“. Konkret handelt es sich um die Einladung zu einer Pressekonferenz am nächsten Tag in der Berlinischen Galerie. Im vergangenen Jahr habe ich ein Interview mit Agenturchef Jan Edler geführt, und nun bitten er und sein Bruder Tim mich, ihre erste Ausstellung zu begutachten. Die dreht sich um Dampfringe: Die Kühltürme von Atom- und Kohlekraftwerken werden kurz vor ihrer Abschaltung riesige Ringe aus Wasserdampf in den Himmel blasen. Natürlich nur in Deutschland: Doch Adrien Brody trägt die gute Idee weiter in die USA. „Mein Leben mit Adrien Brody (8)“ weiterlesen

Mein Leben mit Adrien Brody (7)

Adrien Brody ist aus meinem Leben verschwunden, doch der Karfreitag bringt die Erinnerung an die Begegnung mit ihm zurück. Karfreitag fällt in diesem Jahr auf den 19. April, Tag des Gedenkens an den Aufstand im Warschauer Ghetto. Den hat auch der von Adrien verkörperte Pianist erlebt – und als einer von ganz wenigen überlebt. Adrien hat seinen Körper, seine Stimme Władysław Szpilman geliehen, und ebenso schicke ich mich an, für eine Tote zu sprechen: eine Ermordete des Ghettos. Ihre Worte haben ihren Tod überdauert. „Mein Leben mit Adrien Brody (7)“ weiterlesen

Mein Leben mit Adrien Brody (6)

Als ich um kurz nach acht Uhr abends die City-Station verlasse, nehme ich mir fest vor: „Ab jetzt viel fröhliche Aktivität!“ Die Arbeit dort konfrontiert mich jedes Mal aufs Neue mit Fragen, die ich nicht beantworten kann. Welches merkwürdige Schicksal regiert, oder welcher Dämon in jedem einzelnen von uns, dass die einen Krisen meistern und ihr Leben genießen können, die anderen hingegen verzweifeln und scheitern? Was macht die einen reich und die anderen obdachlos?

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Mein Leben mit Adrien Brody (5)

Ein Mittwoch Ende März, City-Station am Kurfürstendamm, 15.40 Uhr: Ich beuge mich über ein großes Holzbrett in der Küche und zerteile rote Paprikaschoten. Das Food-Sharing-Team vom Vorabend hat eine ganze Kiste voll geschenkt bekommen. Durch die offene Tür beobachte ich Adrien Brody: Er sitzt an der Theke und unterhält sich mit Helen, einer alt gedienten Ehrenamtlichen: Sie ist mindestens Mitte siebzig und irgendwie schon immer da. „Mein Leben mit Adrien Brody (5)“ weiterlesen

Mein Leben mit Adrien Brody (4)

Adrien Brody kniet auf meinem Bett, hüpft auf und nieder und kitzelt mich durch. Der Typ spinnt doch! „Stop it, stop it!“, schreie ich. „It’s raining again“, singt Adrien. Ein Blick aus meinem Schlafzimmerfenster sagt mir, dass er leider recht hat. Es regnet mal wieder in Berlin. Mein herzallerliebster Hollywoodstar stellt das Rumgezappele auf meinem Bett für einen Moment ein und sagt: „Good women serve coffee in the morning.“ „Mein Leben mit Adrien Brody (4)“ weiterlesen

Mein Leben mit Adrien Brody (3)

Ich schlage die Augen auf und muss mich erst einmal sortieren. Es ist gestern Abend ein wenig später geworden. Ich hatte zum Glück noch eine Flasche 2012er Brunello di Montalcino im Schrank, Überbleibsel eines Sechser-Packs aus meinem letzten Toscana-Urlaub vor ein paar Jahren. Die hatte ich aufgehoben für eine besondere Gelegenheit, und ein Besuch von Adrien Brody in meiner düsteren, durchschnittlichen Küche, das kann man wohl als besondere Gelegenheit bezeichnen.

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Bitcoin-Wahnsinn beenden!

Der Bitcoin-Schwachsinn hat allein in der ersten Hälfte dieses Jahres mehr Strom verbraucht als der gesamte Staat Dänemark. Bitcoins existieren nur virtuell. Mit ihnen zu zahlen ist möglich, weil Menschen sich darauf geeinigt haben, sie als Tauschmittel zu akzeptieren. Das gilt im Prinzip auch für unser Geld. Mit einem großen Unterschied: Die Erzeugung von Bitcoins im weltweiten Netz fordert hohe Rechnerleistung – und damit Strom. „Bitcoin-Wahnsinn beenden!“ weiterlesen